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Fachwissen

Scan-to-BIM im Bestand: Was Auftraggeber festlegen sollten

Fachwissen · PCM-Reichl · Stand 17. Oktober 2026

Kurz gesagt: Ein 3D-Laserscan mit Bestandsmodell ist nur so gut wie seine Bestellung. Wer vorher Zweck, Umfang, Genauigkeit, Detailtiefe, Formate und die Prüfung des Ergebnisses festlegt, bekommt ein Modell, auf dem sich planen lässt. Wer nur „einmal scannen“ bestellt, bekommt Daten, die zu grob, zu fein oder am falschen Ort genau sind.

1. Zuerst der Zweck

Der Zweck entscheidet über alles Weitere. Ein Modell für die Erneuerung der Haustechnik braucht Trassen, Schächte und Technikzentralen. Eine Flächenermittlung braucht die Raumgeometrie. Und für vorgefertigte Fassaden- und Technikmodule der seriellen Sanierung kommt es auf die Geometrie der Gebäudehülle an.

Schreiben Sie deshalb in die Anfrage, wofür das Modell gebraucht wird – und wer anschließend damit weiterarbeitet.

2. Umfang und Zugänglichkeit

Ein Laserscanner misst nur, was er sieht. Was hinter abgehängten Decken, Verkleidungen oder in geschlossenen Schächten liegt, erscheint nicht in der Punktwolke. Diese Bereiche müssen dafür geöffnet oder gesondert aufgenommen werden.

Legen Sie fest:

Gescannt wird berührungslos. Der Betrieb läuft in der Regel weiter, braucht aber Zeitfenster und Ansprechpartner vor Ort.

3. Genauigkeit – zwei verschiedene Fragen

„Millimetergenau“ allein reicht als Anforderung nicht. Es geht um zwei Werte:

Beide Werte gehören mit Toleranz und Aussagesicherheit in die Bestellung. Als Orientierung dienen veröffentlichte Genauigkeitsklassen, etwa die Level of Accuracy-Spezifikation des U.S. Institute of Building Documentation (USIBD).

Wichtig ist eine Unterscheidung: Was für die Planung gebraucht wird, muss nicht überall gleich genau sein. Eine Technikzentrale braucht meist mehr als ein Flur.

4. Detailtiefe: LOIN statt „LOD 300“

Welche Bauteile mit welchen Informationen im Modell stehen, beschreibt heute die Informationsbedarfstiefe (Level of Information Need, LOIN) nach DIN EN 17412-1. Sie umfasst die Geometrie, die alphanumerischen Informationen und die Dokumentation – jeweils für einen bestimmten Anwendungsfall.

Für die TGA heißt das konkret, ab welcher Größe Bauteile modelliert werden: Rohre und Kanäle ab welcher Nennweite, Kabeltrassen ab welcher Breite, Armaturen ja oder nein. Und welche Eigenschaften sie tragen, etwa Medium, Material oder Dämmung.

5. Formate und Bezugssystem

6. Prüfung des Ergebnisses

Lassen Sie sich zeigen, dass die vereinbarte Genauigkeit eingehalten ist:

Checkliste für Ihre Anfrage

Häufige Fragen

Erfasst der Scanner auch Leitungen hinter Verkleidungen?

Nein. Der Laser misst nur sichtbare Oberflächen. Verdeckte Bereiche werden geöffnet oder gesondert aufgenommen, und das Modell kennzeichnet, was nicht gesehen wurde.

Muss der Betrieb während des Scans ruhen?

In der Regel nicht. Gescannt wird berührungslos. Abzustimmen sind Zeitfenster, Zugänge und Bereiche mit besonderen Anforderungen, etwa Hygiene- oder Sicherheitszonen.

Was ist der Unterschied zwischen LOD und LOIN?

„LOD“ beschreibt meist nur die geometrische Detailtiefe. Die Informationsbedarfstiefe (LOIN) nach DIN EN 17412-1 legt dagegen je Anwendungsfall fest, welche Geometrie, welche Informationen und welche Dokumentation gebraucht werden.

Kann ich nur die Punktwolke bestellen?

Ja. Die registrierte Punktwolke ist ein eigenständiges Ergebnis. Das Modell kann später auf dieser Grundlage entstehen.

Quellen

  • DIN EN 17412-1:2021-06, Bauwerksinformationsmodellierung – Informationsbedarfstiefe – Teil 1: Konzepte und Grundsätze
  • ASTM E2807, Standard Specification for 3D Imaging Data Exchange (E57-Format)
  • U.S. Institute of Building Documentation (USIBD): Level of Accuracy (LOA) Specification Guide

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